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Fernseher Kaufberater

Von Schwarz-Weiß zu 4K UHD - Dein Kaufberater für Fernseher

Alter Röhrenfernseher vor heller Wand.jpgDas bewegte Fernsehbild hat eine ebenso bewegende Vergangenheit hinter sich. Als ab dem 25. Dezember 1952 das erste mal in Deutschland ein regelmäßiges Fernsehprogramm gesendet wurde, dachte noch keiner der Zuschauer, dass die Technik so rasant voranschreiten würde. Mit den Jahren erblickten immer wieder neue Innovationen das Licht der Welt. So kam 1967 auf der Funkausstellung in Berlin der Start des Farbfernsehens hinzu und ab 1984 mischten die privaten neben den öffentlich-rechtlichen Sendern auf dem umkämpften Fernsehmarkt mit.

Doch auch technisch gesehen gibt es bei dem “Fenster zur Welt” immer wieder neue Meilensteine. So stellte Philips bereits 1996 den ersten Flachbildfernseher vor. Bis die Zuschauer nicht mehr in die Röhre schauten, vergingen jedoch mehr als 10 Jahre, denn 2007 wurden erstmals mehr Flachbild- als Röhrenfernseher verkauft. In dieser Zeit setzten sich unterschiedliche Darstellungstechniken durch. Angefangen mit Plasma und LCD über LED hin zu OLED gibt es immer wieder Machtwechsel und spannende Weiterentwicklungen.

Schlauer, dreidimensionaler, gebogener und schärfer

Moderner FlachbildfernseherZwischenzeitlich waren 3D Fernseher und gebogenen Panels (Curved) modern und buhlten um die Gunst der Käufer. Durchgesetzt hat sich aber vor allem eine höhere Auflösung. Mit der Einführung von Flachbildfernsehern wurde auch High Definition (HD) zum Standard - zunächst nur mit HD (720p), dann mit Full HD (1080p) und schließlich mit 4K UHD (2160p). Stellte 2013 Sony den ersten frei verkäuflichen 55 Zoll 4K Ultra HD Fernseher vor, führt heute kein Weg mehr an einem Ultra HD Fernseher vorbei. Zudem wird der TV immer größer - 55 Zoll und 65 Zoll Bildschirmdiagonale sind dabei besonders beliebt auf dem Markt.

Aber Größe und Auflösung sind nicht alles! Aufwendig programmierte Betriebssysteme mit Apps, eingebaute Empfänger (Tuner), Möglichkeiten zum Streamen und eine dauerhafte Internetanbindung machen den Fernseher smart, sind heute der Standard und nicht selten ein entscheidendes Kaufkriterium.
Doch die Logos, Abkürzungen, Funktionen, technischen Angaben und Typenbezeichnungen werden immer mehr, sind unübersichtlich und regelrecht irreführend. Günstige Fernseher haben auf den ersten Blick die gleiche Ausstattung wie Premium-Modelle, kosten aber nur die Hälfte. Welche Ausstattung braucht mein Fernseher wirklich? Wie groß soll/darf er sein? Warum gibt es keine Plasma-Fernseher mehr? Was ist der Unterschied zwischen LCD, LED und OLED? Und was ist überhaupt HDR?

In unserem Fernseher-Kaufberater beantworten wir dir diese Fragen. Du erfährst außerdem alles über die neuesten Technologien, welche wirklich zukunftssicher sind und auf welche technischen Angaben du wirklich achten musst. So ersparst du dir einen Fernseher-Fehlkauf!

Bild - Das musst du für das perfekte TV-Bild wissen!

Beginnen wir mit dem Bild - der wichtigste, aber auch gleichzeitig der subjektivste Aspekt eines Fernsehers. Dennoch lassen sich viele Punkte finden, die das Gefühl eines guten Bildes verstärken. Dazu zählen: Schärfe, Helligkeit, Größe und die Bewegungsdarstellung. Los geht es aber mit einer wichtigeren Frage, die den TV-Kauf maßgeblich beeinflusst:

Wie groß soll mein Fernseher sein?

Wir haben für dich die richtigen TV-Größen herausgesucht und geben dir klare Empfehlungen:

  • Zwischen 1m und 1,50m empfehlen wir dir einen 32 Zoll Fernseher.
  • Sitzt du 1,50m bis 2,10m weit weg, ist ein 40 Zoll Fernseher die richtige Wahl
  • Bereits ab 2,20m werden 55 Zoll Fernseher sinnvoll - vor allem mit 4K-Material.
  • 65 Zoll Fernseher eignen sich für Sitzabstände ab 2,70m bis 4m.
  • Sondergrößen wie 75 oder 85 Zoll werden ab 4m Distanz zum TV interessant. Wenn es der Raum zulässt, solltest du dann aber eher zu einem Beamer greifen

Bei einem Fernseher die richtige Größe zu finden, ist gar nicht so leicht. Ist er zu groß, wird das Bild unscharf - ist er zu klein, geht das Mittendringefühl verloren. Der Trend geht eindeutig zu größeren Fernsehern. Das liegt zum einen an den Preisen, die selbst bei Bildschirmdiagonalen von 55 Zoll erfreulich erschwinglich sind und zum anderen an den HD-Bildern, die das Schauen von Fernsehprogrammen und Streams angenehmer machen.
Dennoch solltest du die Größe deines neuen Fernsehers vor allem vom Sitzabstand abhängig machen. Es bringt nichts, wenn du einen tollen, modernen UHD Fernseher mit 65 Zoll Bildschirmdiagonale kaufst, aber nur 1,5 m davon entfernt sitzt - das Bild erscheint dir dann dauerhaft verschwommen.

Außerdem gilt: Das menschliche Auge kann nur bis zu einer bestimmten Entfernung einzelne Details bzw. Bildpunkte voneinander unterscheiden. Ab einem bestimmten Abstand bei einer bestimmten Bildgröße siehst du also keinen Unterschied mehr zwischen einem HD oder Full HD Bild. Dasselbe gilt für Full HD und UHD Material.

Welche Fernsehergröße brauche ich bei welchem Abstand?

Eine übersichtliche Tabelle mit den genau berechneten Sitzabständen in Verbindung mit der Bildschirmdiagonale und der Auflösung, findest du hier:

Bildschirmdiagonale

Diagonale in cm

SD

HD

Full HD

Ultra HD (4K)

32 Zoll

81 cm

1,94 - 2,43m

1,62 -2,03m

1,30 - 1,62m

0,84 - 1,20m

40 Zoll

102 cm

2,45 - 3,06m

2,04 - 2,55m

1,63 - 2,04m

1,07 - 1,53m

42 Zoll

107 cm

2,57 - 3,21m

2,14 - 2,68m

1,71 - 2,14m

1,13 - 1,61m

46 Zoll

117 cm

2,81 - 3,51m

2,34 - 2,93m

1,87 - 2,34m

1,23 - 1,76m

48 Zoll

122 cm

2,93 - 3,66m

2,44 - 3,05m

1,95 - 2,44m

1,28 - m1,83

49 Zoll

125 cm

3,00 - 3,75m

2,50 - 3,13m

2,00 - 2,50m

1,32 - 1,88m

50 Zoll

127 cm

3,05 - 3,81m

2,54 - 3,18m

2,03 - 2,54m

1,34 - 1,91m

55 Zoll

140 cm

3,36 - 4,20m

2,80 - 3,50m

2,24 - 2,80m

1,47 - 2,10m

58 Zoll

147 cm

2,53 - 4,41m

2,94 - 3,68m

2,35 - 2,94m

1,55 - 2,21m

65 Zoll

165 cm

3,96 - 4,95m

3,30 - 4,13m

2,64 - 3,30m

1,74 - 2,48m

75 Zoll

191 cm

4,58 - 5,73m

3,58 - 4,48m

3,06 - 3,82m

2,01 - 2,87m

Auflösung - Lohnt sich Ultra HD wirklich?

4K UHD im Vergleich zu Full HD, HD und SDBeim Festlegen der Größe in Verbindung mit dem Sitzabstand solltest du nicht von der reinen Auflösung ausgehen. Nahezu jeder Hersteller hat mehr moderne UHD 4K Fernseher als Full HD oder HD Fernseher in seinem Sortiment. Die hochauflösenden Modelle sind mit 8 Millionen Bildpunkten im Vergleich zu den 2 Millionen von Full HD und den knapp 900.000 Pixeln von HD bedeutend schärfer.

Entscheidend ist jedoch das Bildmaterial, das dein TV letztendlich anzeigt. Hierbei ist Full HD der absolute Standard. Nativer 4K UHD-Content ist eher die Ausnahme und hauptsächlich über Streaming-Anbieter wie Amazon Video oder Netflix empfangbar. Oder aber via UHD Blu-ray in der besten Qualität darstellbar - den 4K-fähigen Blu-ray Player vorausgesetzt. Selbst das Satellitenprogramm läuft überwiegend in 1080i (Full HD mit Halbbildern - interlaced) bei den privaten und mit nur 720p (HD) bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. 4K-Testkanäle proben schon mal, sind aber noch weit davon entfernt das normale Fernsehprogramm zu übertragen. Die derzeit beste Bildqualität des Fernsehprogramms erhältst du mit DVB-T2 HD. Hier werden die vollen 1080p mit 50 Bildern pro Sekunde übertragen.

Dennoch solltest du nur bei wirklich kleinen Bildschirmdiagonalen und einem großen Sitzabstand noch zu einem Full HD oder HD Fernseher greifen. UHD 4K-Fernseher sind zukunftssicher, nur unwesentlich teurer und sollten deshalb deine erste Wahl sein.
Auch bieten sie die Funktion niedriger aufgelöstes Bildmaterial hoch zu skalieren und somit künstlich Details hinzuzufügen - auch “Upscaling” genannt. Da Upscaling ein rechenintensiver Prozess ist, können vor allem Premium-Modelle mit leistungsfähigen Bildprozessoren dabei überzeugen. Dies kommt zwar nicht ganz an echtes UHD-Material heran, bietet aber dennoch einen Mehrwert.
Den neusten Trend, HDR, findest doch auch nur auf UHD TVs.

Display-Technologien - Was sind die Unterschiede zwischen Plasma, OLED, LED und LCD?

Ein nicht unwesentlicher Aspekt beim Fernsehkauf ist die Display-Technologie. Welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Typen haben, erfährst du hier:

Plasma

Ein Plasma-Bildschirm besteht aus vielen kleinen, mit einem Erdgas-Gemisch gefüllten Kammern, zwischen zwei Glasplatten. Drei von diesen Kammern ergeben einen Bildpunkt und stellen die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau dar, wenn sie durch Gasentladungen zum Leuchten gebracht werden. Dabei entsteht das namensgebende Plasma. Da die Bildpunkte nur leuchten wenn sie müssen, ergeben sich so sehr gute Schwarz- und Kontrastwerte. Zusätzlich sind die Farben kräftig und decken einen Großteil des vom Menschen wahrnehmbaren Farbraumes ab.

Zwar überzeugen Plasma-Fernseher mit ihrer langen Lebensdauer und der guten Bildqualität, haben aber im Vergleich zu LCD-Fernsehern einen relativ hohen Stromverbrauch. Hinzu kommt die physikalisch bedingte “dicke” Bauweise, die nicht an die dünnen LCD- und vor allem LED-Fernseher herankommt. Aufgrund dessen werden Plasma-Fernseher seit 2013 nicht mehr produziert. Sie gibt es nur mit Full HD Auflösung, da sie den Umstieg in die 4K bzw. UHD-Ära nicht schafften.
Der indirekte Nachfolger in Bezug auf die herausragende Bildqualität ist die OLED-Technologie.

LCD und LED

Eines vorweg: LED-Fernseher sind auch immer LCD-Fernseher. Der Unterschied liegt lediglich in der Beleuchtungstechnik. Beide Technologien haben die Liquid Crystal Diode gemeinsam, die wie bei Plasma-Fernsehern zu dritt die Grundfarben ergeben. Durch die Kombination bilden sie auch die anderen wahrnehmbaren Farben ab. Früher wurden die Bildpunkte der LCD-Fernseher mit Leuchtstoffröhren ausgeleuchtet, was eine flache Bauweise nicht zuließ. Heute werden die Flüssigkristalle mit strom- und platzsparenden LEDs ausgeleuchtet. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Edge-lit bzw. Edge LED - Die LEDs werden am Rand platziert und strahlen von außen nach innen. Die Ausleuchtung ist dabei jedoch nicht immer gleichmäßig, wodurch einzelne Bereiche heller sind - sogenanntes Clouding (helle Wolken im Bild). Ein weiteres Problem: Lichthöfe am Rand, wo die LEDs sitzen - Edge bleeding genannt. Um all dem entgegenzuwirken, setzen einige Hersteller wie Samsung, LG oder Sony das sogenannte Local-Dimming ein. Dabei werden einzelne Bereiche im Voraus abgedunkelt, um diesen Effekt zu verhindern - also lokal gedimmt.
  • Direct-LED - Bei Direct-LED befinden sich die LEDs direkt an der Rückseite, was eine gleichmäßigere Ausleuchtung ermöglicht. Fernseher mit Direct-LED Backlight sind deswegen teurer und etwas “dicker” als Edge LED oder OLEDs. Unterschiede ergeben sich durch die Anzahl an LEDs, die ein differenzierteres Ausleuchten bzw. Abdunkeln von kleineren Bereichen zulassen.

LED-Fernseher haben sich gegenüber Plasma-Fernseher durchgesetzt und sind die neben OLED-Fernsehern, die genau genommen auch eine Art von LEDs benutzen, die einzigen TVs, die du aktuell kaufen kannst. Die Technik wird kontinuierlich verbessert, ist stromsparend und gleichzeitig günstig. Unterschiede gibt es bei der Beleuchtung der Flüssigkristalle, Helligkeit und Auflösung.

OLED

Der Nachfolger im Geiste von Plasma-Fernsehern ist der OLED-TV. Hier werden organische Leuchtdioden zum Leuchten gebracht. Eine Hintergrundbeleuchtung ist nicht notwendig, da die Pixel von sich aus leuchten. Auch hier setzen sie sich wieder aus drei Subpixeln im RGB-Schema zusammen. Der große Vorteil der OLED-Technologie ist der perfekte Schwarzwert, da die Bildpunkte bei dunklen Szenen oder Darstellungen gar nicht erst leuchten müssen. Schwarz ist deshalb auch tatsächlich Schwarz, wohingegen bei herkömmlichen LED-Displays die Hintergrundbeleuchtung dunkle Bereiche erhellt - Schwarz erscheint somit eher als Dunkelgrau. Es entstehen außerdem keine ungleichmäßig ausgeleuchteten Bereiche, da jeder Pixel seine eigene Hintergrundbeleuchtung hat - ein Local-Dimming ist deshalb nicht notwendig. Zusätzlich ergeben sich sehr kräftige Farben, die du vielleicht schon von deinem Samsung Smartphone kennst. Denn der südkoreanische Hersteller setzt seit dem Galaxy S1 fast ausnahmslos auf kleine OLED-Touchscreens.
Dennoch findet man im Fernsehbereich nur OLED-Displays von LG (Stand 2017). Der landeseigene Samsung-Konkurrent hat sich auf die Fertigung von großen OLED-Panels spezialisiert und beliefert andere Hersteller wie Sony, Loewe, Panasonic oder Philips.

Dennoch haben OLED-Bildschirme auch Nachteile. Der größte ist die vergleichsweise geringe Leuchtkraft. LED-Fernseher schaffen es, etwa doppelt so helle Bilder zu produzieren wie vergleichbare OLED-Fernseher. Dies ist vor allem in hellen Räumen mit viel Licht nachteilig. Falls du also einen hellen Raum mit vielen Fenstern hast, solltest du einen Bogen um die organischen Leuchtdioden machen.
Durch das Quasi-Monopol von LG , den schwierigen Produktionsprozessen und der notwendigen Weiterentwicklung sind OLED-TVs aktuell noch sehr teuer.

Achtung: Das Kundeninteresse ist jedoch riesig, weshalb andere Hersteller, die keine OLED-TVs verkaufen mit irreführenden Bezeichnungen arbeiten. So heißt Samsungs neue Premium-TV-Reihe "QLED" und Hisense Fernseher haben plötzlich "ULED-Displays" verbaut.

HDR - Was ist HDR und welchen Mehrwert bringt es mir?

4K HDR Logo in FernseherDas Fernseher eine immer hellere und kontrastreiche Darstellung haben, dient nicht nur dazu, die Verwendung in hellen Räumen angenehmer zu machen. Nein, der neueste Trend im TV-Bereich ist nach Curved und 3D das sogenannte HDR. Die Abkürzung steht für High Dynamic Range (hoher Dynamikumfang). HDR ermöglicht die Darstellung von Hochkontrastbildern mit erweitertem Farbraum. Das Feature ist abhängig von der Hardware, also dem eigentlichen Displaypanel und wird ausschließlich bei UHD 4K-Fernsehern integriert.

Mit HDR wird somit zum ersten Mal seit der Röhrenfernseher-Zeit der Dynamikumfang erweitert - also die Spanne zwischen Schwarzwert und maximaler Helligkeit. Das heißt, dass im selben Bild sehr dunkle und sehr helle Bereiche gleich gut aussehen. Die Zwischenstufen ermöglichen mehr sichtbare Details und feinere Farbabstufungen. Dadurch wirkt alles plastischer und realistischer. Immer mehr Content kommt mit einer HDR-Optimierung. Diese wird im voraus integriert, damit ein Fernseher diesen decodieren und darstellen kann.

Folgende Punkte solltest du wissen, wenn du deinen Fernseher gezielt für HDR-Inhalte kaufen willst:

Die HDR-Standards HDR10 und Dolby Vision

Zu unterscheiden gilt es zwischen der Farbtiefe von 8 Bit und 10 Bit. Die Menge der Farbinformationen ist essentiell, um das sogenannte “Color Banding” zu vermeiden. Bei diesem unschönen Effekt siehst du die Farbübergänge zwischen leichten Abstufungen einer Farbe, da nicht genügend Informationen vorhanden sind. Das ist z.B. bei einem blauen Himmel, der immer dunkler oder heller wird der Fall. Achte also auf ein 10 Bit Panel, welches mit HDR10 gekennzeichnet ist.
Alternativ dazu hat der Audioexperte Dolby die sogenannte Dolby Vision als einen weiteren HDR-Standard festgelegt. Dieser wendet sich primär an Premium-Nutzer und ist kein offener Standard wie HDR10. Dolby Vision funktioniert mit 12 Bit und kann mit Displays arbeiten, die bis zu 10.000 nits an Maximalhelligkeit erreichen (aktuell sind um 1.000 nits möglich). Trotzdem hat Dolby Vision den Vorteil das Bild individuell und optimal auch an dunklere Bildschirme wie z.B. OLED TVs anzupassen, die nur 600 nits schaffen. Hinzu kommen noch die dynamische Kontrast- und Farbanpassung, die für jede Szene individuell gewählt werden kann. HDR10 muss statisch einen Kompromiss für den ganzen Film finden.

HDR Beispielbild Berlonder Dom an der SpreeDie Helligkeit ist entscheidend

Für gute HDR-Effekte ist von Belang, dass der TV eine hohe Spitzenhelligkeit erreichen kann. So erstrahlen helle Effekte mit den richtigen Abstufungen. Gleichzeitig ist es bei LED-Fernsehern wichtig, dass ein gutes Local-Dimming zum Einsatz kommt, damit bei kleinen hellen Effekten der Rest des Bildes ausreichend dunkel bleibt.

Die Spitzenhelligkeit, also die maximale Leuchtdichte wird in “nits” angegeben und hat bei den Top-Modellen, die tatsächlich konkret für HDR ausgelegt sind, über 1000 nits. Vor allem die Premium-Serie von Samsung erreicht diesen Wert, was mit dem Begriff “HDR 1000” (nicht zu verwechseln mit HDR10) vermarktet wird. Alternativ dazu wird auch die gleichwertige Angabe in Candela pro Quadratmeter gemacht. 1000 nits entsprechen also 1000 cd/m².

Eine Ausnahme bilden dagegen OLED-Fernseher. Diese schaffen zwar nur etwa die Hälfte an nits, haben jedoch durch ihren starken Kontrast- und dem extrem guten Schwarzwert einen Vorteil. OLED-Displays bieten in den dunklen Bereichen mehr Möglichkeiten, um ein gutes HDR-Bild anzuzeigen. Dadurch sind sie jedoch erst recht auf eine entsprechend dunkle Umgebung angewiesen, da sonst das Licht die Abstufungen verschluckt.

HDR ist ein Freund der Dunkelheit

Tatsächlich kommt der HDR-Effekt vor allem bei dunklen und schwach beleuchteten Räumen zur Geltung. Im Umkehrschluss wirst du in einer sehr hellen Umgebung und bei einer eventuellen Spiegelungen auf dem Fernsehdisplay sehr wenig davon merken.

Ausschließlich auf 4K-Fernsehern

HDR würde in Theorie auch mit einem HDMI 1.4 Anschluss funktionieren. In der Praxis bleibt das Feature nur UHD 4K-Fernsehern mit entsprechenden HDMI 2.0a Anschlüssen vorbehalten. Dennoch gibt es Ausnahmen. Du kannst z.B. mit einer Playstation 4 Ultra HD 4K HDR-Streams von Netflix oder Amazon Video wiedergeben, aber HDR-Spiele nur in bis zu 1080p spielen, obwohl sie “nur” mit HDMI 1.4 angeschlossen ist. Mit einer PS4 Pro gibst du hingegen alles via HDMI 2.0a wieder.

Keine einheitlichen Mindestvoraussetzungen bei HDR

So toll der neue Standard auch sein mag, er ist offen und eine klare Definitions gibt es nicht. So werden z.B. Fernseher mit einer vergleichsweise geringen Helligkeit von unter 400 cd/m² für HDR “geupdatet”, können aber technisch bedingt nicht so ein großes Kontrast- und Farbspektrum anzeigen. Von daher solltest du zunächst immer auf die Maximalhelligkeit und die HDR10-Fähigkeit des Bildschirms achten. Diese beiden Werte sind ein gute Indikatoren für einen überzeugenden HDR-Effekt.

Bildwiederholungsrate - Wieviel Hertz brauche ich?

Viele Fernsehkäufer orientieren sich bei der Auswahl ihres neuen Gerätes an der Hertz-Angabe, welche für die Bildwiederholungsrate steht. 200, 400, 600 1000, 1200 Hz und mehr prangen auf den Verkaufsschildern, in den Prospekten oder auf den Verpackungen.
Allerdings solltest du wissen, dass dies aufgehübschte Werte sind, die vor allem zu Marketingzwecken genutzt werden. Der Standard ist 50 oder 60 Hz. Deutsche Sender strahlen ihre Sendungen im sogenannten PAL-Format aus, welches auf 50 Hz, also 50 Bilder pro Sekunde begrenzt ist. Das Gegenstück ist das NTSC-Format aus Amerika mit 60 Hz.

“Hertzstück” eines guten Bildes

Kinofilme laufen sogar nur mit 24 Bildern pro Sekunde! Videospiele hingegen erreichen oft 60 Bilder pro Sekunde, was für eine flüssige Darstellung und eine gute Spielbarkeit sorgt.
Tatsächlich ist bei einem Fernseher vor allem der native Hertz-Wert entscheidend - also wie hoch die echte Bildwiederholungsrate des verbauten Displays ist.
Günstige Fernseher haben fast ausschließlich 50/60 Hz Panels verbaut. Teure Modelle hingegen 100 und 120 Hz-fähige Displays. Um die Defizite zu kaschieren, wird die Bildwiederholungsrate künstlich vergrößert. So werden z.B. einzelne Teile des Bildschirms hochgerechnet und dann addiert. So kommen ganz schnell 600 Hz und mehr zustande.

Warum ist die Bildwiederholungsrate so wichtig?

Sie sorgt für eine wahrgenommene flüssige Darstellung bei Bewegungen. Durch eine geringe Hertzzahl werden Schlieren sichtbar - die Bewegungen verschwimmen und ziehen nach. Dies fällt dann besonders bei Sportübertragungen wie Fußballspielen auf. Um dem entgegenzuwirken, kommt die sogenannte Zwischenbildberechnung (engl. Motion-Interpolation) zum Einsatz. Künstlich hinzugefügtes Bildmaterial sorgt für ein weicheres Bild. Kommen dann native 100 oder 120 Hz zum Zuge ist das Ergebnis dementsprechend besser, als mit dazu gedichteten Bildwiederholungsraten. Leider geben die meisten Hersteller die native Hertzzahl des Displays nicht an, weshalb du dich anderweitig informieren musst. Auf der Seite von Display Specifications findest die Modelle nach Hersteller und Erscheinungsjahr sortiert, mit den dazu gehörigen Infos.

Ein wichtiger Faktor dabei bleibt aber die Qualität der Zwischenbildberechnung. Hier kocht jeder Hersteller sein eigenes Süppchen. So kann es vorkommen, dass zwei Fernseher mit der gleichen nativen Hertzzahl eine unterschiedlich gute Bewegungsdarstellung haben. Den Unterschied zwischen 50/60 zu 100/120 Hz erkennst du aber trotzdem - erst recht beim Preis.

Empfangsarten - Streaming und DVB-T2 HD bieten die beste Qualität

Triple Tuner und Streams aus dem Internet

Moderne Fernseher bieten zahlreiche Möglichkeiten ein Bild auf die Scheibe zu zaubern. In der Regel sind einige Empfangsmodule bereits verbaut. Mit dem Anschluss ans Internet ergeben sich aber auch neue Empfangsmöglichkeiten. Egal woher das Bild am Ende kommt, qualitative Unterschiede gibt es auch hier. Deshalb findest du hier die wichtigsten Begriffe kurz erklärt:

Twin Tuner - 2 x 3 Tuner

Wenn dein Fernseher einen Twin Tuner eingebaut hat, kannst du zwei Bildsignale gleichzeitig empfangen. Das ermöglicht dir ein Aufzeichnen (PVR - siehe unten) einer parallel laufenden Sendung, während du die andere aktiv schaust. Ein Twin Tuner ist nicht zu verwechseln mit einem Dual Tuner, der nur zwei Tunerarten, statt der mittlerweile üblichen drei (Triple Tuner), besitzt.

Triple Tuner - Kabel, Satellit und Antenne

Die bekannteste Art das Fernsehprogramm zu empfangen ist mit einem der verbauten Tuner. Hat dein Fernseher einen Triple Tuner eingebaut, hat er folgende drei Empfangsmöglichkeiten mit dem Digital Video Broadcast-Standard (DVB):

Tuner

Empfangsart

Wissenswertes

DVB-S bzw. DVB-S2

via Satellit

Voraussetzung dafür ist eine Satellitenschüssel. Die öffentlich-rechtlichen Sender empfängst du damit in HD (720p) und 50 Vollbildern, die privaten Sender nur in SD bei 480p und erst mit einer HD+-Karte für ca. 70€ pro Jahr in Full HD (1080p) mit 50 Halbbildern.

DVB-C

via Kabel

Seit Juni 2017 gibt es keine analogen Kabelsignale mehr. Die Umstellung auf digital ermöglicht mehr Kapazitäten für den Breitbandausbau, über den auch ein digitales Fernsehsignal gesendet wird. Hier musst du dich mit deinem Anbieter kurzschließen. In der Regel bieten Kabelanbieter wie Unitymedia, Kabel Deutschland oder Vodafone Cable Internet DSL-Verträge an, die für einen geringen Aufpreis auch Digitalsender in HD über das Kabel empfangbar machen.

DVB-T bzw. DVB-T2 HD

via Antenne

Das irdische (terrestrische) Signal empfängst du via einer DVB-T Antenne.

Mehr Informationen findest du im unteren Abschnitt.

Streaming - Apps im Smart TV bieten viele Möglichkeiten

Mit der Verbindung zu einem Breitbandanschluss via Lan-Kabel oder eingebautem WLAN-Modul, erreichst du mit deinem Fernseher weitere "Kanäle". Dank Apps wie Netflix, Youtube, Amazon Video oder den zahlreichen Mediatheken von ARD, ZDF, RTL, ARTE Prosieben und Co. hast du jederzeit vollen Zugriff auf eine ganze Fülle an Inhalten. Mit Hilfe von moderner Streaming-Technologien und schnellen Internetverbindungen auch in hoher Auflösung. Aktuell kannst du lediglich mit Streams die volle UHD-Auflösung eines 4K-Fernsehers ausnutzen. 4K Streams findest du bei immer mehr Anbietern. Ab einer Bandbreite von 25 MB/s (Netflix) bzw. 50 MB/s(Amazon Video) kannst du dich auf komprimierte 4K-Filme freuen.

Die beste Bildqualität erreichst du aufgrund der Komprimierung allerdings nicht. Hierfür musst du auf einen 4K Blu-ray Player und die entsprechenden 4K-Blu-rays zurückgreifen. Netter Nebeneffekt bei Streams und Blu-rays: HDR ist häufig gleich mit an Bord.

DVB-T2 HD - Wie empfange High Definition über die DVB-T Antenne?

DVB-T2 Logo in leuchtend grün und 3DAchtung: Seit März 2017 wird in den DVB-T Ballungsräumen (Großstädten und der nahen Umgebung) nur noch der neue DVB-T2 HD Standard gesendet. Um zu überprüfen, ob du auch davon betroffen bist, empfehlen wir dir diese Informationsseite. DVB-T wird in diesen Gebieten nicht mehr empfangbar sein. Die komplette Umstellung soll dann bis 2019 Schritt für Schritt in ganz Deutschland erfolgen.

Um dann über Antenne das Signal von ARD, ZDF, Sat1, ProSieben und Co. zu empfangen, benötigst du zum einen ein DVB-T2 HD Empfangsgerät. Zum anderen gegebenenfalls eine Freischaltkarte des Plattformbetreibers Freenet-TV. Diese ist ähnlich wie die HD+ Karte für Full-HD DVB-S2 der Privatsender und kostet mit 69€ pro Jahr auch vergleichbar viel. Sie ist aber nur notwendig, wenn du die verschlüsselten privaten Sender schauen möchtest. Zum Glück erfolgt die Decodierung über das bekannte Cl+ Modul, welches schon seit Jahren bei HD+ und Sky zum Einsatz kommt. Die Kosten der öffentlich-rechtlichen Sender werden hingegen vom Rundfunkbeitrag gedeckt.

Beim Ultra HD 4K-Fernseher-Kauf solltest du also darauf achten, dass dein neues scharfes Schmuckstück auch die DVB-T2 HD Signale empfangen und verarbeiten kann. Alternativ musst du zu einem separaten DVB-T2-Receiver greifen. Die zusätzliche Set-Top-Box kostet dann nochmal zwischen 30 und 130€.

Eine neue Antenne ist nicht notwendig - die Sendefrequenz bleibt bestehen. Günstige DVB-T Antennen bekommst du schon ab 10€. Ist der Empfang trotzdem schlecht, reicht eine einfache Antenne mit Verstärker für etwa 40€ oder eine Außenantenne für das Doppelte.

Tückisch ist, dass es DVB-T2 HD schon zuvor im Ausland gab. Da für den Deutschlandstart aber der neue Codec HEVC bzw. H.265 genutzt wird, funktionieren die Empfangsmodule aus dem Ausland nicht. Um der Verwirrung entgegenzuwirken, haben sich die Hersteller auf ein einheitliches Logo geeinigt. Dieses ist Grün mit einem weißen Fernseher-Symbol in der Mitte - unter diesem steht DVB-T2 HD geschrieben. Findest du dieses auf der Verpackung deines Ultra HD Fernsehers oder Receivers, kannst du den neuen Standard problemlos empfangen.

Bonus: DVB-T2 HD bietet mit vollen 1080p die, abseits von Streams, aktuell beste frei empfangbare Bildqualität.

Die wichtigsten Infos zur Umstellung sind in diesem Video nochmal zusammengefasst:

PVR - Sendungsaufzeichnung via USB

Ein beliebtes Feature bei neuen Fernsehern ist die eingebaute Möglichkeit Sendungen zeitunabhängig aufzunehmen. So kannst du die Werbung überspringen, deine Lieblingssendungen losgelöst von der Sendezeit schauen, die Sendung selbstständig pausieren (auch als Timeshift bekannt) und dir deine eigene private Bibliothek anlegen.
Deshalb nennt sich dieses Feature auch PVR - private Video Recorder. Musste man früher noch einen Videorecorder bzw. Festplattenrecorder separat anschließen, können moderne Fernseher mithilfe eines Speichermediums und einem USB-Anschluss diese Funktion erfüllen. Dies wird durch das Logo “PVR-ready” kenntlich gemacht.
Achtung: Deine externe Festplatte oder dein USB-Stick muss dafür formatiert werden. Alle darauf befindlichen Dateien werden im Zuge dessen gelöscht.
Einschränkungen gibt es trotzdem. So kannst du bestimmte HD-Sendungen, die du über Satellit empfängst, nicht aufnehmen. Der HD+-Codec verhindert dies, wenn der Sender eine entsprechende Restriktion eingebaut hat. Dies ist vor allem bei neueren Filmen der Fall.

Smart-TV - Dein Zugang zu Streaming, Social Media, Mediatheken uvm.

Smart-TV Oberfläche und Fernbedienung.jpgSamsung stellte 2013 den ersten Smart-TV vor und prägte in Folge dessen den Begriff. Heute ist nahezu jeder Fernseher mit smarten Features ausgestattet. Erst wurde das Phone smart, jetzt ist es der TV. Die Großgeräte werden dank der rasanten Innovation im Mobiltelefonbereich mit stromsparende Mehrkernprozessoren und ganzen Betriebssysteme ausgestattet, die dir als Nutzer sehr viele Möglichkeiten bieten.

Dabei gehen die unterschiedlichen TV-Hersteller teilweise eigene Wege, haben jedoch immer ein Ziel: Eine möglichst hübsche und intuitiv zu bedienende Benutzeroberfläche mit vielen Funktionen. Folgende Systeme hat der Markt zu bieten:

Android TV

Die abgewandelte Version des quelloffenen Smartphone-Betriebssystems von Google punktet für Smart-TVs vor allem mit seiner großen App-Auswahl. Neben den bekannten Video-Streaming-Diensten wie Netflix, Amazon Video, Maxdome, Youtube, Twitch usw. bietet ein Android TV z.B. auch Spiele und Mediaplayer. Durch die Integrierung in das Google-Ökosystem hast du auch Zugriff auf einige Services wie Google Drive, den Office-Anwendungen, Google Fotos uvm.
Zusätzlich ermöglicht dir Android TV viele intuitive Funktionen wie das Spiegeln deines Chrome-Browsers, deines Smartphone- oder Tablet-Bildschirms und den Zugriff auf Dateien in deinem Heimnetzwerk.
Nachteilig ist, wie bei Smartphones, der hinterherhinkende Updateprozess. Zwar ist Android TV nicht quelloffen und sollte deshalb viel schneller und für mehr Fernseher aktuell gehalten werden, mangelndes Interesse der Fernsehhersteller an zeitnahen Updates verhindert jedoch ein einheitlich wachsendes Ökosystem. Die Großen wie Sony, Philips oder Panasonic schaffen es den Zeitplan halbwegs einzuhalten. Kleinere TV-Hersteller wie TCL oder Thomson haben hingegen sichtlich Mühe oder scheuen den finanziellen Aufwand.

Weiterhin solltest du dir im Klaren sein, dass ein TV OS von Google entsprechende Nutzerdaten abgreift, die auch mit deinem Nutzerprofil von Google verknüpft und dadurch gezielt personenbezogen, auch im Bezug auf Werbung, sind.

Tizen

Tizen ist ein Betriebssystem von Samsung, welches zunächst auf den Smartwatches des südkoreanisches eingesetzt wurde. Das System ist jedoch so variabel, dass es nun auf den Samsung Fernsehern ein Zuhause gefunden hat. Es besticht durch seine schnelle Bedienung, hat aber erhebliche Defizite bei der App-Auswahl, die nur die wichtigsten Vertreter bieten kann.

WebOS

Das von Palm entwickelte und von LG gekaufte WebOS wird schon seit einigen Jahren auf den Fernsehern von Lucky Goldstar verwendet. Hier zeigt sich vor allem die, in Verbindung mit der Magic Remote intuitive Bedienung, die an den Controller der Wii oder eine Maus angelehnt ist. Auch das bunte und verspielte Design macht nicht nur bei den OLED-Fernsehern des Unternehmens eine sehr gute Figur. Dennoch kann auch WebOS nicht mit der Smart-App-Auswahl von Android TV mithalten, bietet aber immerhin etwas mehr Anwendungen als z.B. Samsung's Tizen.

Eigene Betriebssysteme

Hisense, Telefunken, Jay Tech, Sharp und JVC bieten kein einheitliches System, sondern setzen auf eigene Entwicklungen, die allerdings meist nur die rudimentären Smart-TV-Funktionen ermöglichen. Mit einer großen Auswahl an Video-Apps oder vielen Einstellungsmöglichkeiten darfst du jedoch bei keinem der Betriebssysteme rechnen. Dennoch erfüllen sie ihren Zweck.

Als Alternative eignet sich eine TV-Box wie einen Apple TV, Nvidia Shield TV, Mi TV oder einen Fire TV bzw. einen TV-Stick mit Android wie Chromecast, Fire TV Stick wahlweise auch ein Mini PC.

Basisfunktionen bieten alle Smart-TVs

Alle Smart-TV Betriebssysteme lassen sich mit dem Internet verbinden und ermöglichen die gleichen Basis-Features wie das Streamen mittels Video-Apps, das Wiedergeben von Inhalten aus dem eigenen Netzwerk und einige Einstellungsmöglichkeiten. Unterschiede ergeben sich vor allem in der Stabilität (Abstürze können immer mal wieder passieren) und der App-Auswahl. Da die Benutzeroberfläche meistens an die Hersteller gebunden ist, ist keine eindeutige Empfehlung auszusprechen. Im Zweifelsfall hat sich Android TV am stabilsten und fortschrittlichsten erwiesen, geizt aber nicht mit dem Abrufen von Nutzerdaten.

Anschlüsse - Welche Anschlüsse braucht mein Fernseher?

Bei deinem neuen Fernseher solltest du auch auf die Anschlüsse achten. Da dieser oftmals der zentrale Punkt des Heimentertainments ist, werden externe Geräte wie Spielekonsolen, Lautsprecher, Kopfhörer, Festplatten, Blu-ray Player usw. daran angeschlossen. Beachte auch Position der Anschlüsse. Wenn du deinen neuen Fernseher z.B. mit einer TV-Wandhalterung an die Wand schrauben möchtest, müssen alle oder die wichtigsten Stecker auch von der Seite nutzbar sein.

Welche Anschlussmöglichkeiten dein Fernseher haben sollte, erfährst du hier:

HDMI - Volles Ultra HD nur mit HDMI 2.0

Fernseher Anschlüsse analog und HDMIHDMI steht für High-Definition Multimedia Interface und ist seit seiner Markteinführung Ende 2003 zum Anschluss-Standard für den Home-Video-Bereich geworden. Der Größte Vorteil liegt in der gleichzeitigen Übertragung von hochwertigen Bild-, Ton- und wahlweise auch Breitbandsignalen. Wichtig: Für UHD-Signale brauchst du mindestens HDMI 1.4a, welches dies aber nur bei maximal 30 Hz ermöglicht. Besser ist jedoch HDMI 2.0a oder höher, was 4K (2160p) bei 60 Hz übertragen kann. Dies ist vor allem wichtig für Videospiele vom PC, der Playstation 4 Pro oder Xbox One X, aber auch, wenn du den PC anschließt und ihn als 4K-Monitor nutzt.
In der Regel reichen 2 bis 4 HDMI-Anschlüsse pro Fernseher aus. Falls nicht, kannst du auch einen HDMI-Splitter davor schalten und so mehrere HDMI-fähige Geräte an einen Port anschließen. Die freie Wahl hast du hingegen mit einem AV-Receiver. Hier lässt sich der Fernseher nur als Bildschirm verwenden und externe Geräte direkt am AV-Receiver verbinden. Dieser übernimmt dann die komplette Steuerung der Ton- und Bildsignale.

  • CEC - Dies geschieht auch über den CEC-Standard, der mit HDMI eingeführt wurde. Er ermöglicht die eingeschränkte Steuerung von HDMI-Geräten untereinander. So schalten sich HDMI-Geräte bei Aktivierung gegenseitig automatisch an/aus. Der betreffende Quelleneingang im AV-Receiver oder Fernseher wird automatisch ausgewählt und mit einer Fernbedienung lassen sich gleich mehrere Geräte auf einmal bedienen - ohne extra Universalfernbedienung. Genau wie HDMI ist CEC ein festgelegter Standard aller Elektronikhersteller, jedoch wird dieser aus Marketinggründen oftmals anders benannt und mit einem Logo versehen. CEC ist bekannt als:

Hersteller

CEC-Eigenbezeichnung

AOC

E-link

Hitachi

HDMI-CEC

LG

SimpLink

Mitsubishi

NetCommand for HDMI

Onkyo

RIHD

Panasonic

HDAVI Control, EZ-Sync oder VIERA Link

Philips

EasyLink

Pioneer

Kuro Link

Samsung

Anynet+

Sharp

Aquos Link

Sony

BRAVIA Sync

Toshiba

CE-Link oder Regza Link

Die Hersteller suggerieren spezielle markenbezogene Funktionen, die jedoch auch mit anderen Geräten problemlos funktionieren.

  • ARC - Dies ist ein Feature, welches auch über HDMI ermöglicht wird, aber in der Regel nur ein HDMI-Anschluss beherrscht. So steht meistens “HDMI (ARC)” an dem betreffenden Eingang. ARC steht für Audio-Return Channel und erlaubt es den zwei Geräten die Lautstärke-Einstellungen zu synchronisieren. Wenn du also an deinem AV-Receiver oder deinem Blu-ray Player die Lautstärke verringerst oder erhöhst, geschieht dasselbe auf dem Fernseher und umgekehrt. Lästiges Einstellen mit zwei Fernbedienungen entfällt.

USB - Für Festplatten, USB-Sticks und Zubehör

Ein Fernseher sollte mindestens einen USB-Anschluss haben. Daran lassen sich Speicherdatenträger wie USB-Stick oder Festplatten anschließen und die darauf befindlichen Daten abspielen. Sei es Fotos, Videos oder Präsentationen. Ein USB-Anschluss und ein Datenträger wird ebenfalls für die PVR-Fähigkeiten deines TVs benötigt oder um Updates manuell auf das Gerät zu installiert.

Scart und Cinch - Analoge Überbleibsel

Die etwas in die Jahre gekommenen AV-Anschlüsse sind nur noch bei ganz wenigen neuen Fernsehern zu finden, da sie analog funktionieren und nur eine SD-Auflösung ermöglichen.

Audio-Ausgänge - Surround-Sound und Kopfhörer anschließen

Anders verhält es sich bei diversen Audio-Ausgängen. Diese sind zwar auch schon etwas älter, übertragen jedoch nach wie vor hochwertige digitale Mehrkanal-Tonsignale. Diese sind entweder Koaxial oder Toslink (optisches Kabel oder auch Sony/Philips Digital Interface - S/PDIF).Zusätzlich findest du bei fast allen Fernsehern noch den altgedienten Kopfhöreranschluss in Form einer 3,5 Klinkenbuchse, manchmal auch einen rot-weißen Cinch-Ausgang.

Bluetooth - Universelle Funkverbindung

Die moderne und kabellose Möglichkeit ist Bluetooth. Dank der modernen Betriebssysteme auf Fernsehern wird eine problemlose Verbindung von Bluetooth-Geräten wie Bluetooth-Kopfhörern oder Bluetooth-Boxen möglich. Viele Soundbars lassen sich ebenfalls auf diese Weise am Fernseher verwenden.

WLAN und LAN - Internet für deinen TV

Nichts geht mehr ohne das Internet. Auch der Fernseher wird mittels Router ins Netzwerk der Welt eingebunden und kann so schnell Updates erhalten und dank diverser Smart-Apps Videos und Musik streamen. Durch andere Smart-Devices wie Tablets oder Smartphones lässt sich der Fernseher dank diverser Apps auch über das Internet steuern/einstellen oder Inhalte direkt auf den großen Bildschirm übertragen. Nahezu jeder Hersteller bietet diese Möglichkeiten.
Ob du die “Glotze” kabellos über WLAN oder mit einem LAN-Anschluss online bringst, ist dir überlassen. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du jedoch immer mit einem Netzwerkkabel arbeiten, da hier keine Funkverbindung gestört werden kann. Vor allem für Streams in Ultra HD 4K ist dies sinnvoll. Falls dein WLAN-Signal nicht stark genug ist oder du keinen LAN-Anschluss in der Nähe hast, kannst du dir mit einem WLAN Repeater oder Powerline Adapter behelfen.

Ton - Brauche ich ein zusätzliches Soundsystem?

Die Revolution der Fernseher brachte auch ihre Schattenseiten. Konnte die gute alte Röhre dank des großen Volumens des Gehäuses noch mit einem satten Klang überzeugen, leidet der Ton moderner Flachbildfernseher unter ihrem Schlankheitswahn. In jedem Fernseher-Test wird der Sound als einer der Nachteile aufgezählt. Zwar schaffen es moderne Fernseher durch die Innovationen der Lautsprecherbranche, die auch aus portablen Bluetooth-Boxen einen akzeptablen Ton herauszukitzeln, viel besser dazustehen, dennoch mag damit kein Kinofeeling aufkommen. Aus diesem Grund ist es mehr als sinnvoll, eine andere Lösung für die Audiokomponente zu nutzen.

Die bereits angesprochenen Bluetooth-Lautsprecher lassen sich dank der neu gewonnen Bluetooth-Konnektivität von Fernsehern kabellos verbinden, ebenso wie Bluetooth-Kopfhörer für das privatere Hörerlebnis. Zur Not kannst du auch den AUX-Anschluss dafür nutzen und normale Kopfhörer anschließen.

Die hochwertigere Alternative ist die Soundbar, die ebenfalls auf viele verschiedene Anschlussmöglichkeiten setzt, größer ist und dadurch einen noch satteren Klang bietet. Egal ob mit HDMI, Bluetooth, AUX, Cinch, WLAN oder Toslink verbunden, bieten die Klangriegel je nach Größe durchaus schon etwas Heimkino-Atmosphäre.
Wie im Kino fühlst du dich aber erst, wenn du ein Heimkinosystemen aufstellst. Zum Einstieg genügt ein 5.1 System, mit drei Lautsprechern vorne und zwei für die Effekte im hinteren Bereich. Weitere Möglichkeiten bieten dir 7.1 oder 9.1 Systeme mit mehr Effektlautsprechern an der Decke (Dolby Atmos), hinten oder zusätzlich vorne.

In jedem Fall entscheidend ist der richtige AV-Receiver! Hier gilt es bei 4K Fernsehern auf HDMI 2.0-Anschlüsse zu achten, sofern du deine Multimediageräte alle an die AV-Receiver anschließen willst. Mehr zum Thema AV-Receiver findest du in unserem Kaufberater. Dort erfährst du auch wie du dein 5.1 System richtig aufstellst.

Gaming Fernseher - Wie vermeide ich Eingabeverzögerungen und Ruckler?

Hände halten Controller und spielen auf Gaming Fernseher .jpgVideospiele sind aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Konsolen wie die Playstation 4, Xbox One oder Nintendo Switch haben sich millionenfach verkauft. Zudem dringen Weiterentwicklungen wie die PS4 Pro oder die Xbox One X in den Bereich des 4K-Gamings vor, der zuvor nur leistungsfähigen Gaming-PCs oder Gaming Laptops vorbehalten war. Die sich übrigens dank standardmäßiger HDMI-Schnittstellen an den Grafikkarten auch kinderleicht mit einem Fernseher verbinden lassen.
Doch auf was musst du achten, wenn du auch mit deinem Fernseher zocken willst?

Wichtig sind vor allem zwei Dinge:

  • Die native Bildwiederholungsfrequenz des verbauten Displays, die in Hertz angegeben wird und bei fast allen Modellen nicht auf Anhieb ersichtlich ist. Wie weiter oben beschrieben, werden die Angaben künstlich hochgerechnet. Schafft das Panel z.B. nur 50 Hz entsteht bei Games, die mit 60 Hz laufen, ein Nachteil. Sensible Gamer merken sofort den Unterschied. Das Bildschirmgeschehen ist dann nicht zu 100 % flüssig und die Befehlseingabe via Controller bzw. Maus/Tastatur fühlt sich nicht direkt genug an. Dies kann aber auch am zweiten wichtigen Punkt liegen.
  • Der Input Lag - Dieser beschreibt die Zeit, die zwischen der Aktion (der Tasteneingabe) und der visuellen Reaktion auf dem Fernseher vergeht - also wie schnell die Spielfigur springt oder schießt, wenn du einen Knopf drückst. Genauer gesagt ist der "Input Lag" an sich die Gesamtsumme aller Verzögerungen. Dazu gehören die Funkverbindung vom Controller, die Zeit in die der Fernseher das Bild optimiert und die Reaktionszeit des Displays.
    Achtung: Die Reaktionszeit (engl. Response Time) des Displays ist nicht gleich der Input Lag! Dieser beschreibt nur, wie schnell das Display reagiert. Was zuvor passiert, wird nicht berücksichtigt.

Wie sich die Eingabeverzögerung verändert, wenn alle Bildverbesserungen und HDR aktiv sind, erfährst du in diesem Video:

Als guter Wert gilt ein Input Lag um die 30-40 Millisekunden.
Bei modernen Fernsehern sorgen vor allem die Bildverbesserer für eine verzögerte Reaktionszeit. So muss z.B. die Software für ein TV mit HDR Gaming-Möglichkeit im Hintergrund auch dementsprechend schnell arbeiten.
Um dir das fummelige Einstellen zu ersparen, bietet nahezu jeder Fernseher auch einen Gaming-Modus. Dieser Bildmodus reduziert durch das Ausschalten oder Verringern von Bildverbesserungen den Input Lag auf Werte, die meistens unter 40 Millisekunden liegen.

Probiere am besten selbst aus, wie groß der Unterschied ist. Du wirst überrascht sein, wie direkt sich das Spiel plötzlich anfühlt.
Generell haben auch bei diesem Thema die Premium-Fernseher einen Vorteil. Durch deren leistungsstarke Chips und Prozessoren können sie z.B. auch HDR-Signale mit einem geringen Input Lag wiedergeben und dabei sogar noch die ein oder andere Bildverbesserung durchführen. Hier sind vor allem die teuren Fernseher von Sony und Samsung hervorzuheben. Die genauen Werte zu vielen populären Fernsehern findest du auf dieser Seite, welche die Angaben der Hersteller überprüft.

Fernseher bei Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest aktualisiert in regelmäßigen Abständenn ihren groß angelegten Fernseher-Test. In diesem haben vor allem Samsung-TVs die Nase vorn. Wie gestestet wird, erfährst du in diesem Video:

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