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Drehmomentschlüssel Kaufberater

Präzises Arbeiten mit dem Drehmomentschlüssel

Vor allem in der Kfz-Werkstatt ist genaues Arbeiten besonders wichtig. Wechselst du die Autoreifen an deinem Auto selbst oder führst an deinem Fahrrad Reparaturarbeiten durch, dann kommt es aber auch hier auf Präzision an. Diese bietet dir ein Drehmomentschlüssel, der Schrauben und Muttern sehr genau anziehen kann. Worauf es beim Drehmomentschlüssel noch ankommt, weshalb die richtige Größe so wichtig ist und warum der Drehmomentschlüssel kalibriert werden muss, das liest du in unserer Drehmomentschlüssel-Kaufberatung.

Was ist ein Drehmomentschlüssel und welche Funktion hat er?

Vor allem für das Wechseln von Autoreifen wird der Drehmomentschlüssel gebrauchtDer Drehmomentschlüssel ist ein Handwerkzeug, genauer gesagt ein handgeführtes Schraubwerkzeug, das auch als Kraftschlüssel oder Kiloschlüssel oder Nussknacker bezeichnet wird.
Schraubverbindungen können mit einer bestimmten Festigkeit angezogen werden. Diese erreicht man, indem man ein genau definiertes Drehmoment (Kraft, in Newtonmeter gemessen) einstellt. Zwischen den Bauteilen, die verbunden werden sollen, entsteht die nötige Klemmkraft.
Der “klassische” Drehmomentschlüssel besteht aus einem verchromten Stahlrohr mit dem darin untergebrachten Auslösemechanismus sowie einer mit dem Griffstück verbundenen Einstellvorrichtung. Verschiedene Drehmomente können dort eingestellt und über eine Skala bzw. ein Display abgelesen werden. Das Drehmoment kann eingestellt werden, indem der Griff im Uhrzeigersinn  gedreht wird. Als Werkzeugträger dient eine umsteckbare Knarre, auch Ratsche genannt. Auf einen Vierkantzapfen (Vierkantantrieb, Knarrenkopf, Antriebsvierkant) können verschiedene Steckschlüsseleinsätze (Stecknüsse) aufgesteckt werden.

Welche Arten von Drehmomentschlüssel gibt es?

Grundsätzlich wird der mechanische vom elektronischen Drehmomentschlüssel unterschieden. Es gibt auch noch mechatronische Schlüssel, die aber vor allem im Profibereich zum Einsatz kommen. Zu den mechanischen Werkzeugen zählen neben den auslösenden auch die anzeigenden, abknickenden sowie durchrutschenden Drehmomentschlüssel. Zur Gruppe der elektronischen Drehmomentschlüssel gehört der elektronische Drehmoment-Winkelschlüssel dazu.

Mechanische Drehmomentschlüssel

Auslösende Drehmomentschlüssel (Knack-Schlüssel): Der erste selbst auslösende Drehmomentschlüssel kam 1938 auf den Markt. Bei dieser Art von Drehmomentschlüssel kannst du mithilfe einer Skala oder eines Prüfgerätes den gewünschte Dreh- oder Sollmoment einstellen. Ist dieser Punkt erreicht, wird das durch ein hörbares, fühlbares (Vibration) oder sichtbares Signal vermittelt. Beim sogenannten “Knack-Schlüssel” ist ein deutliches Klacken oder Knacken zu hören. Die Handhabung dieser Art von Drehmomentschlüssel erfordert einige Übung, weshalb er zumeist bei Profis zum Einsatz kommt. Denn nachdem das Signal ausgelöst wurde, muss der Anwender den Drehmoment selbstständig stoppen.

Anzeigende Drehmomentschlüssel (Messschlüssel): Diese Art von Drehmomentschlüssel bietet sich vor allem für den Heimwerker an. Denn die Fahrradreparatur ist mit dem Messschlüssel schnell und einfach zu erledigen. Der aktuelle Anzugswert ist über eine mechanische Skala, einer Messuhr oder einem Display abzulesen. Nach Erreichen des Drehmomentes kann der Benutzer die Kraftübertragung eigenständig stoppen.

Es gibt viele verschiedene Arten von DrehmomentschlüsselnAbknickende Drehmomentschlüssel (Knickschlüssel): Wenn du z.B. deine Autoreifen selber wechselst, ist der Knickschlüssel für dich ideal. Da sie eine hohe Messgenauigkeit besitzen, eignen sie sich vor allem für die Reifenmontage. Beim Erreichen des voreingestellten Drehmoments knickt der vordere Teil des Schlüssels am Drehpunkt ein. So wird verhindert, dass du nicht zu viel Kraft auf die Schraube auswirkst, die du festziehen möchtest.
Wichtig: Beim abknickenden Drehmomentschlüssel ist es wichtig, dass du ihn über die Griffmitte steuerst. Sonst kann es zu einer veränderten Kraftübertragung kommen, wobei sich die Werte verschieben.

Durchrutschende Drehmomentschlüssel (Slipper): Für den Handwerker ist auch der Slipper eine gute Wahl. Dieser Drehmomentschlüssel ist günstig, die Handhabung einfach. Zudem bleibt die Messung genau, auch wenn er nicht über die Griffmitte gesteuert wird. Ist der Drehmoment erreicht, rutscht der Mechanismus einfach durch und ein Überdrehen wird verhindert.

Elektronische Drehmomentschlüssel

Diese Art von Drehmomentschlüssel ist für den Hausgebrauch eher weniger geeignet. Aufgrund der sehr hohen Messgenauigkeit arbeiten vor allem Profis mit diesem Gerät. Den hohen Preis haben elektronische Drehmomentschlüssel ihren vielfältigen Funktionen zu verdanken. Im internen Speicher können Messwerte zur Datenauswertung gespeichert, über eine Schnittstelle am PC ausgelesen oder direkt über einen Drucker ausgedruckt werden.
Über ein akustisches oder optisches Signal wird angezeigt, wann der gewünschte Wert erreicht ist. Die Krafteinwirkung muss dann auch sofort beendet werden, um ein Überdrehen zu verhindern.

Elektronische Drehmoment-Winkelschlüssel: Die Messgenauigkeit bei dieser Art von Drehmomentschlüssel ist noch höher als beim einfachen elektronischen Schlüssel, weshalb auch hiermit in erster Linie Profis arbeiten. Vor allem in der Automobilherstellung kommt er zum Einsatz. Denn neben dem Drehmoment wird zusätzlich noch der Schwellenwert eines vorab eingestellten Winkels ermittelt. Optisch oder akustisch wird auch hier das Signal zum Erreichen des Drehmoments gegeben. Eine Dokumentationsfunktion ist auch beim Drehmoment-Winkelschlüssel gegeben.

Mechatronische Drehmomentschlüssel

Bei diesem Drehmomentschlüssel werden die elektronische und die mechanische Messung kombiniert. Genauer gesagt ist es eine Verbindung aus einem auslösenden und einem elektronischen Drehmomentschlüssel. Die Einstellung des Drehmoments erfolgt wie beim selbst auslösenden Gerät, sie erfolgt aber auch digital, wie bei der elektronischen Variante. Auch in diesem Fall kann der Messwert gespeichert und dokumentiert werden. Auch dieser Drehmomentschlüssel ist im Profibereich angesiedelt.

Auf Größe und Drehmoment kommt es an

Um einen großen Drehmomentbereich abzudecken gibt es Drehmomentschlüssel in verschiedenen Größen. Die nötige Kraft, die zum Verschrauben gebraucht wird, kommt durch die Hebelwirkung zustande. Je länger der Hebel bzw. der Drehmomentschlüssel, desto leichter können auch große Drehmomente erreicht werden. Mit zunehmender Schlüssellänge nimmt auch die Größe des Vierkantantriebs zu. Beim Drehmomentschlüssel unterscheidet man drei Größen:

  • 1/4“ (6,35 mm): Dieser Schlüssel kann bei der Fahrradreparatur zum Einsatz kommen.

  • 3/8“ (9,525 mm): Schrauben am Motorrad lassen sich hiermit festdrehen.

  • 1/2“ (12,7 mm): Beim Radwechsel des Autos ist diese Größe die richtige Wahl.

Beim Drehmomentschlüssel kommt es neben der Größe auf den Drehmoment anNeben der Größe kommt es auf den Drehmomentbereich an, worauf du den Drehmomentschlüssel einstellen kannst. Das Drehmoment beschreibt die Kraft, die auf einen Körper, in diesem Fall auf die Schraube oder Mutter, einwirkt. Die Maßeinheit des Drehmoments ist Newtonmeter (Nm). Für jeden Drehmomentschlüssel wird angegeben, in welchem Newton-Meter-Bereich er arbeiten kann. 100 Nm bedeuten z.B. das beim Festziehen der Schraube genau diese Kraft wirkt. Zudem ist sichergestellt, dass alle Schrauben, z.B. beim Reifenwechsel, mit der gleichen Kraft angezogen werden.
Für Arbeiten am deinem Damen-Citybike reichen in der Regel Drehmomentschlüssel von 5 Nm bis 25 Nm. Reparaturen am Motorrad können mit Schlüsseln bis 110 Nm erledigt werden. Für den Reifenwechsel am Pkw braucht es Drehmomentschlüssel bis zu 120 Nm. Achte aber hierbei immer auf die Angaben des Fahrzeugherstellers.

Wann kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz?

Vor allem im Maschinenbau und in der Luft- und Raumfahrt muss exakt verschraubt werden. Auch Zahnimplantate oder künstliche Hüftgelenke müssen mit einem millimetergenauen Drehmoment versehen werden. In Kfz-Werkstätten oder der Autoindustrie kommt der Drehmomentschlüssel zum Einsatz.
Vielleicht gehörst auch du zu den Autofahrern, die den Reifenwechsel selbst vornehmen oder auch kleinere Reparaturen am Fahrrad erledigen, dann sollte auch dieses handgeführte Schraubwerkzeug nicht in deiner Werkzeugkiste fehlen. Ein Mess- oder ein Knickschlüssel sind hier die richtige Wahl - denn auf Präzision kommt es auch hier an.

Wie kann ich meinen Drehmomentschlüssel kalibrieren?

So wie viele technische Geräte muss auch der Drehmomentschlüssel kalibriert werden. Kalibrieren bedeutet, dass das Werkzeug genauer eingestellt wird. Der Drehmomentschlüssel wird hierbei auf seinen Ausgangswert eingerichtet. Zur Feststellung von Abweichungen ist es wichtig eine Messung durchzuführen und zu dokumentieren. Abschließend wird der Schlüssel neu justiert, damit sich die Werte wieder im Toleranzbereich befinden.
Schlüssel, die z.B. in der Autowerkstatt oder der Autoindustrie eingesetzt werden, sind in regelmäßigen Abständen zu kalibrieren. Der Drehmomentschlüssel sollte in diesen Fällen nach einem Jahr oder wenn das Werkzeug mehr als 5.000 Mal genutzt wurde, kalibriert werden. Für Heimwerker ist eine Kalibrierung nach 2-3 Jahren sinnvoll. Deinen Drehmomentschlüssel selber zu kalibrieren macht wenig Sinn, da du dafür spezielles Werkzeug benötigst. Beim Fachhändler ist dies aber möglich. Einige Hersteller bieten sogar einen Kalibrierservice an, wo du den Drehmomentschlüssel einschicken kannst.

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